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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 674 mal aufgerufen
 Alles rund um Michel Vaillant
Old Rein ( Gast )
Beiträge:

26.09.2014 08:40
IM NAMEN DES SOHNES antworten

Ich habe gerade die Zack Edition von IM NAMEN DES SOHNES erhalten. Erstmal habe ich heute den Band nur durchgeblaettert. Es war mir klar, dass die Zeichnungen von nun an nicht mehr im Stil von Jean Graton sein koennen. Aber ich erkenne ja kaum noch, wer wer sein soll! Die Schauplaetze/Szenarien sind so gut und fabulioes wie eh und je und wie sie es bei Graton selbst waren. Wahrscheinlich hat er in dieser Hinsicht auch noch einiges in diesem Band beigesteuert.

Aber die Figuren?! Das sollen Henri und Elisabeth sein? Das soll Michel sein? Das soll Jean Pierre darstellen?

Vielleicht wird mein Eindruck ein besserer werden, wenn ich den Band gelesen habe.

Ich hoffe es.

Ich werde mich dann wieder melden.

Old Rein ( Gast )
Beiträge:

01.10.2014 15:40
#2 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Die Zeichnungen werden im Laufe der Arbeiten (sprich Alben) besser werden. Gesichtsproportionen sind das Schwierigste, was es fuer einen Zeichner zu meistern gibt.

Die Geschichte fand ich recht langgezogen. Wenn man sie spaeter zurueckblickend betrachten wird, dann werden zumindest einige Passagen verstaendlich erscheinen und man wird deren Sinn erkennen.

Mir zumindest ist es klar, an was Patrick mit seinen 3 Freunden in der Scheune arbeiten tut.

Wisst ihr es auch?

BobCramer Offline



Beiträge: 196

03.10.2014 21:14
#3 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Hallo Old Rein,

die Zeichnungen und die Story von Band 1 fand ich auch nicht überzeugend. Band 2 gefiel mir dann wieder besser, auch wenn ich mich mit den veränderten Gesichtern wohl nicht anfreunden kann. Mir ist nicht klar, weshalb die Charaktere derart brutal verändert werden - auch Steve Warson sieht im neuen Band nicht mehr wie Steve Warson aus. Ganz egal, wie man es beurteilt: der neue MV ist letztlich eine ganz andere Comicserie, die mit dem alten MV quasi nichts mehr gemeinsam hat. Der Geist der Serie hat sich einfach verändert und hat mit der schön altmodischen Atmosphäre der alten Klassiker nichts mehr gemein. Man wird sehen, ob das funktioniert. Ich persönlich plädiere ja schon lange dafür, eine Retro-Vaillant-Serie zu machen, die in den 60ern angesiedelt ist.

Jean Graton ist übrigens nicht mehr an der Serie beteiligt, schon seit 13 Jahren nicht mehr. Das letzte Album, bei dem er noch mitgezeichnet hat, war "Operation Mirage". Er ist ja mittlerweile auch ein kranker alter Mann und lebt in einem Pflegeheim. Immerhin hat er vor zwei Monaten noch seinen 91. Geburtstag erlebt.

Gruß
Bob

Old Rein ( Gast )
Beiträge:

04.10.2014 07:13
#4 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Oh, dann weiss man inzwischen also auch, was der Patrick dort in der Scheune mit seinen Freunden basteln tut, ja?

Gut, dann rat ich einfach mal. Und du kannst mir sagen, ob es stimmt.

Vater Henri hat ja versteinerte Ansichten. Und dennoch hat er immer noch das Sagen in der Firma. Die Seite 10 ist meines Erachtens der Schuessel fuer den naechsten Band - den du bereits hast. Sie bauen dort einen elektrischen Motor, welchen sie dann in einen Wagen einbauen wollen. Stimmt's?

Das waere natuerlich spannend! Wo die Industrie ja schon seit Jahren immer wieder erneut dazu Anlauf nehmen tut, und wo dann die Benzinindustrie alles einsetzt, um diese Moeglichkeiten wieder auseinanderzureissen.

Die Welt koennte schon laengst mir elektrischen Motoren fahren, und man hat es ja auch schon getan.

Seht euch dieses Filmchen dazu an:

https://snt148.mail.live.com/mail/ViewOf...th=0&n=81959357

BobCramer Offline



Beiträge: 196

05.10.2014 00:49
#5 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Ein elektrischer Motor ist es nicht, nein, in der Scheune wird an einem anderen Fahrzeugteil gewerkelt... hat allerdings indirekt auch mit dem Antrieb zu tun. Die Story lief ja schon in ZACK, vielleicht kannst Du sie dir da mal ansehen.

Es geht auf jeden Fall wieder auf den Salzsee von Bonneville, wo auch wieder ein Leader-Bolide antritt - genau so wie anno 67. Insgesamt keine schlechte Story und auf jeden Fall stärker als der schwache, langatmige erste Band. Trotzdem gefällt mir nicht, wie Michel Vaillant hier teilweise charakterisiert wird - mißmutig, abweisend, mürrisch, negativ. Der klassische MV von Jean Graton war ein ganz anderer Charakter und, wie ich finde, viel stimmiger und ansprechender. Was mir an Band 2 auch nicht gefällt, ist, dass die beiden Frauenfiguren Francoise und Carol optisch kaum zu unterscheiden sind, was mich mehrmals verwirrt hat.

Auf Amazon France gibt es relativ viele negative Kommentare zur zeichnerischen Entwicklung der Serie. Schwer zu sagen, inwiefern die einen Trend bei den MV-Fans widerspiegeln. Persönlich glaube ich, dass es längerfristig deswegen Probleme mit den Auflagen und der allgemeinen Leserakzeptanz geben wird. Schon das Zeichnerteam vom Studio Graton ist nach wenigen Jahren gescheitert, weil es vom Stil und der Qualität von Jean Gratons Arbeit zu weit abgewichen ist.

Old Rein ( Gast )
Beiträge:

06.10.2014 06:10
#6 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Oh, tatsaechlich kein elektrischer Motor?! Und ich haette wirklich gedacht, dass ich am Ende des Bandes gewusst haette, um was es da geht.

Den darauffolgenden Band werde ich mir dann nicht mehr bestellen; das war dann wohl mein letzter MV, den ich seit seiner Angfangszeit in Deutschland von seinem Abdruck in Mickyvision an verfolgt hatte.

Ja, Michel Vaillant kommt nicht mehr als der gleiche charakterstarke Mensch rueber, der er vorher war. Und wenn Steve Warson nun auch nicht mehr wie Steve aussehen tut, dann ist alles vorrueber.

Ich lege Michel Vaillant damit zu den Akten. Ich lasse ihn in der Erinnerung - so wie unser Kollege hier die ersten 4 Baende so gut beschrieben hat - weiterleben.

BobCramer Offline



Beiträge: 196

06.10.2014 07:48
#7 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Ja, das ist bedauerlich, wenn altgediente MV-Fans wie Du wegen des Relaunches von der Fahne gehen. Du dürftest aber nicht der einzige Leser sein, der diese "Modernisierung" nicht mitmacht. Wenn ich das richtig übersehe, ist MV auch die einzige klassische Serie, bei der nach einem Zeichnerwechsel eine derart krasse optische Veränderung eintrat.

Old Rein ( Gast )
Beiträge:

17.10.2014 05:39
#8 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Ich moechte das nicht nur als "optische Veraenderung" bezeichnen. Ich moechte dem hinzufuegen, dass die Zeichner, die fuer die Personen verantwortlich sind, keine Kuenstler sind. Obwohl Jean Gratons Stil auch am Anfang sehr hart war, so konnte man dennoch erkennen, dass er sich mit etwas Glueck und Erfahrung einarbeiten wuerde. So empfand ich das zumindest im Nachherein bei ihm. Und Gratons Zeichnungen waren selbst ganz am Anfang nie so ungelenk, wie man es jetzt bei IM NAMEN DES SOHNES sehen kann.

Ein besonders gutes Beispiel, wo sich ein neuer Kuenstler wunderbar in den vorherigen Zeichner eingefuehlt hat, meine ich, ist bei Peyo und den Schluempfen geschehen. Ich erkenne bei Pascal Garray keinen Unterschied zu Peyo. Und das will was meinen!

Sicher sind die Schluempfe einfacher zu zeichnen als echte Menschenfiguren. Aber wenn man das nicht kann, dann soll man die Haende davon lassen.

herbi ( Gast )
Beiträge:

20.10.2014 11:01
#9 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Auch die "Prinz Eisenherz"-Ausgaben sind nach Hal Foster deutlich schlechter geworden. Nicht nur anders, sondern eben schlechter.

BobCramer Offline



Beiträge: 196

20.10.2014 11:34
#10 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Figurenzeichner ist Marc Bourgne, den ich noch vom "Roten Korsaren" kenne. So richtig überzeugend waren seine Figurendarstellungen schon damals nicht. Lebendige Menschen zu zeichnen, ist sicherlich die größte Herausforderung für einen Comiczeichner und braucht eine spezielle Begabung. Man denke nur an jemanden wie Jean Giraud, der Menschen mit unglaublicher Prägnanz und Lebendigkeit darstellen konnte.

Bei Jean Graton sahen die Figuren gern etwas steif und statuarisch aus, aber sie waren souverän und anatomisch korrekt gezeichnet, vor allem während der klassischen MV-Phase in den 60er Jahren. Von dieser Souveränität ist im neuen MV kaum etwas zu sehen.

Old Rein ( Gast )
Beiträge:

27.10.2014 06:09
#11 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Sehr gut geschrieben, Bob Cramer! Das muss ich wiederholen.

Bei Jean Graton sahen die Figuren gern etwas steif und statuarisch aus, aber sie waren souverän und anatomisch korrekt gezeichnet, vor allem während der klassischen MV-Phase in den 60er Jahren. Von dieser Souveränität ist im neuen MV kaum etwas zu sehen.

Sir ( Gast )
Beiträge:

22.02.2016 21:45
#12 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Hallo,

habe eine Frage.

Oft werden in den Vaillant Alben echte und fiktive Sachen verschmolzen. Sei es Fahrernamen oder Rennwagen. Gerade bei den rennwagen gibt es immer ein Vorbild.

Gbt es von den Vaillant GIL auch ein Vorbild?

BobCramer Offline



Beiträge: 196

22.02.2016 22:18
#13 RE: IM NAMEN DES SOHNES antworten

Hallo,

mir ist nicht bekannt, dass es ein Vorbild für den Gil gäbe. Es gibt aber auch nicht immer ein Vorbild für die Vaillante-Rennwagen, selbst wenn gewisse Ähnlichkeiten mit seinerzeit aktuellen Modellen existieren.

Der Gil ist designtechnisch eine Weiterentwicklung der Concorde-Limousinen von 61/64 und - in seiner Coupé-Variante - der Mittsechziger-Coupés Marathon und Le Mans GT. Diesen typischen Kühlergrill mit dem angedeuteten Vaillante-V findet man ja während der gesamten 60er Jahre, bis hin zum Vaillante Neuilly von 1969. Auch später wurden noch ähnliche Design-Elemente genutzt.

Die Benennung des Wagens nach Gil Delamare muss übrigens ganz schnell bzw. spontan nach dessen Tod erfolgt sein. Delamare war gerade mal sechs Wochen tot, als der Vaillante Gil im Juli 66 am Ende von "Konzert der Piloten" erstmals zu sehen war.

Gruß
Bob

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