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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 310 mal aufgerufen
 Alles rund um Michel Vaillant
Tobias O. Meißner ( Gast )
Beiträge:

27.06.2014 14:51
Das dritte Album: "Angst auf der Strecke" antworten

Achtung: Diese Mail ist sehr, sehr lang.
Aber das ist nicht meine Schuld. Es gibt nun einmal sehr viel zu Band 3 zu bemerken. :)

Inhaltlich folgt Band 3 dem bewährten Muster der ersten beiden Alben: Es entsteht Aufregung bei Vater Vaillant, und dann wird ein weltumspannender Wettbewerb aus der Taufe gehoben, der aus mehreren Rennen besteht. Diese Struktur funktioniert jedes Mal ausgezeichnet und garantiert gleich mehrere Spannungskurven in einem einzigen Band.
- Schön in dieser Ausgabe: Wieder gibt es eine Sonderseite als Einleitung.
- Auf S. 4 fällt mir schon im zweiten Bild Gratons Detailverliebtheit auf. Ich glaube, die wenigsten Zeichner hätten neben dem Verkehrsgeschehen und den Pariser Sehenswürdigkeiten auch noch die Schatten von Fußgängern ins Bild eingebaut.
- Dass auf der selben Seite unten Michel mal so eben im Vorbeifahren als "hervorragender Journalist" bezeichnet wird, ist grotesk. Man stelle sich Sebastian Vettel mit einem Nebenjob als Redakteur vor. Als ob dafür noch Zeit bliebe.
In Maupassants Roman "Bel Ami" sind "hervorragende" Journalisten einfach nur schneidige, ehrgeizige Kerle mit den richtigen Beziehungen und ohne jegliches journalistisches Talent. Daran fühlte ich mich erinnert, als ich Michel plötzlich so bezeichnet fand.
- Die Werksszenen sind nett, die Humorszenen (besonders auf S. 14/5) aber ganz schön bemüht. Und gerne geht es um motorisierte Frauen - für Graton wohl immer wieder Grund zur Heiterkeit. Es sei denn, sie sind hübsch wie Julie Wood.
- Ah, auf S. 9 wird Stirling Moss im MV-Universum zumindest mal erwähnt. (Wir hatten im Thread zu Band 2 darüber gesprochen.) Im Zeitungsbild rechts in der Mitte.
- Gelungen finde ich, dass sich Vater Vaillants Ablaufplan auf S. 12 gehörig unterscheidet von dem endgültigen Wettbewerb, wie er dann auf S. 16 formuliert wird. Weil auch ein Henri Vaillant solche Entscheidungen nicht im Alleingang treffen kann. Das verleiht der Geschichte die Tiefe tatsächlich geführter Verhandlungen.
- Die Fahrerliste auf S. 17: ein schönes Feature. Auch wenn man schnell ahnt, dass viele der Fahrer nur Statisten sein werden. Aber immerhin sind die beiden Russen aus Album 2 wieder mit dabei, Nicolas Narkine ist ja sogar in Band 1 schon mehrmals als geheimnisvoller "Agent" zu sehen gewesen, also eine echte Institution mittlerweile.
- Der italienische Fahrer Dino Falconetti sieht hier und auch auf späteren Bildern aus wie Jean Pierre aus dem Gesicht geschnitten. Kann man anhand seiner Terminkalender eigentlich rekonstruieren, wo Henri Vaillant sich aufhielt so etwa neun Monate vor Falconettis Geburt? Aha, hier: Dienstreise, Treffen mit seinem Freund Enzo Ferrari in Maranello in Italien ... ^^
- Auf S. 23 irrt Steve sich: Der Mechaniker von Domingo Perez heißt nicht Cardino, sondern Cardenio. Aber es ist schon eine Leistung, den Namen wenigstens so ungefähr zu kennen. Und Cardino ist beinahe die amerikanische Aussprache von Cardenio!
- Dass es auf dieser Seite ausgerechnet Michel ist, der den Mechaniker mit einer Art Aikido-Griff überwältigt, ist wieder (wie der Journalismus) ein etwas übertriebener Versuch Gratons, aus Michel einen unfehlbaren Tausendsassa zu machen. Dieser Ansatz wäre heute im Zeitalter der Comic-Antihelden nicht mehr denkbar und auch gar nicht mehr nötig.
- Der Deutsche Fahrer von Richter hat zwar als einziger keinen Vornamen (als wäre "von" sein Vorname), kommt aber ansonsten okay und sympathisch rüber. In einem französischen Comic, der nur 14 Jahre nach dem Krieg entstand, ist das sicher keine Selbstverständlichkeit. Die Amerikaner dagegen baden sich in ihren Comics ja noch heute gerne in absurden Nazi-Klischees.
- Auf S. 24 wird wieder Stirling Moss erwähnt, im dritten Bild. Und hier würde ich der Vermutung des Nachworts widersprechen, dass es Unstimmigkeiten zwischen Moss und Graton gegeben haben könnte. Denn warum sollte Graton dann schreiben, dass Moss der einzige Fahrer ist, der schneller sprinten kann als sein Hansdampf in allen Boxengassen Michel? Man lobt doch niemanden, den man nicht leiden kann.
Möglich ist aber tatsächlich, dass Moss sich seine Mitwirkung in einem MV-Rennen hätte "versilbern" lassen wollen. Böse Stimmen behaupteten nämlich, sein Name wäre in Wirklichkeit "Sterling", weil er sich darauf verstand, lohnende Verträge abzuschließen.
- Das Sebring-Rennen ist mit neun Seiten Umfang ganz schön episch, und es passiert ja auch viel. Sehr gut gelungen ist der Übergang zur Nacht und die dadurch veränderte Atmosphäre. Man hat fast den Eindruck, dass die Motorengeräusche nachts anders klingen als tagsüber, so, als wäre die Dunkelheit etwas Greifbares.
- Das Ergebnis des Rennens ist aber tatsächlich (wie im Nachwort erwähnt) ein bisschen langweilig: Michel vor Warson, das hatten wir schon in den ersten beiden Alben andauernd. Schön, dass wenigstens der vorher völlig unbekannte Chuck Danver (der ja dann noch später im MV-Universum eine Rolle spielen wird) sich ein bisschen profilieren darf.
- Dann habe ich mir (wie auch das Nachwort) Gedanken darüber gemacht, warum der amerikanische Inspektor Vater Vaillant wie seinen Vorgesetzten behandelt. Vielleicht, dachte ich, liegt es daran, dass letzten Endes niemand Strafanzeige gestellt hat und der Wunsch des für die Euro-Fahrer verantwortlichen Henri Vaillant, die Ermittlungen sollten eingestellt werden, deshalb tatsächlich Gewicht hat. Aber ein bisschen "unamerikanisch" und eher "europäisch-verbürokratisiert" kommt mir das schon vor. Zumal: Die Vergiftung eines gerade aktiven Rennfahrers ist nun wahrlich keine Lappalie. Wenn der bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen verliert, kann nicht nur er sterben, sondern auch andere Fahrer und viele Zuschauer mit. Genau genommen handelt es sich um einen Mordversuch, bei dem noch viele andere Todesfälle mit in Kauf genommen werden!
Tatsache ist aber jedoch, dass der "Rennzirkus" anschließend die USA verlässt, so dass der Inspektor sein Problem mit den sperrigen Europäern losgeworden ist.
- Die Daytona-Episode finde ich gelungen - auch wenn Michel hier wieder der absolute Supermann ist, aber das muss man Graton wohl einfach nachsehen. Dass es jedoch auch noch Geschehnisse abseits des großen Wettbewerbs gibt, macht die Gesamterzählung nur umso realistischer und reichhaltiger.
- Die Rennstrecke auf S. 40 ist vom Feinsten: Erst durch Kastilien, dann im Madrider Raum in die Sierras, und dann noch rüber ans Mittelmeer nach Barcelona: man freut sich richtig auf die grafische Umsetzung dieses "Best of Spain".
- Als auf S. 41 rechts unten der spanische Organisator ins Zimmer stürzt und ruft "Schnell! Es ist eine Katastrophe!!" habe ich erst erwartet, er sagt als nächstes: "Man hat mir meinen Schnurrbart gestohlen!" Doch glücklicherweise ist das Bärtchen auf den nächsten Seiten ja wieder da. :D
- Auf S. 45 schmollt Michel wie ein kleiner Junge darüber, dass einer seiner Teamkameraden aufgeben möchte. Er scheint es nicht gewöhnt zu sein, nicht das zu bekommen, was er möchte. Vielleicht ist das ein Charakterzug, den viele Spitzenrennfahrer - die ja oftmals Söhne reicher Daddies sind - haben, aber auf jeden Fall finde ich es gut, dass Graton seinem sonst so unfehlbaren Helden hier eine menschliche Überempfindlichkeit zulässt.
- Das erste Bild auf S. 47 stützt meine Theorie, dass Dino Falconetti Henri Vaillants illegitimer Sohn sein könnte ... :)
- Das Spanien-Rennen bietet vieles, Unfälle, Ausfälle, Unwetter - kommt mir aber dennoch ein wenig zu kurz vor. Auf der langen Strecke von Madrid zum Meer passiert überhaupt nichts. Ich finde, ein solches Rennen, das ja nicht auf einem Rundkurs stattfindet, sondern beständig Neues bietet, könnte ruhig albumfüllend sein und noch viel ausführlicher geschildert werden. Toll finde ich jedoch, wie vielfältig das Leitmotiv der Angst hier durchdekliniert wird.
- Die Auflösung des Kriminalrätsels, wer denn nun eigentlich der Saboteur ist, finde ich in diesem Band vollauf schlüssig, überzeugend und sogar auch menschlich nachvollziehbar. Der Bösewicht hat ein berührendes Motiv, das die vielen Todesfälle im damaligen Rennsport als große psychologische Belastung ernstnimmt.
In Band 2 hat Graton noch wie ein Taschenspieler getrickst und darauf gebaut, dass aufgrund der Rasanz des Gesamtgeschehens der Leser nicht hinterfragt, weshalb die Abwesenheit des "Fahrers ohne Gesicht" bei einem ganz bestimmten Rennen niemandem aufgefallen ist. In Band 3 jedoch ist nicht nur alles einwandfrei erklärbar, sondern auch geradezu brillant konstruiert. Man beachte in diesem Zusammenhang die beiden unteren Bilder von S. 26 und das erste von S. 27, die dann, wenn man weiß, wer der Täter ist, und was ihm gerade für ein Missgeschick unterlaufen ist, eine ganz neue, tragische Bedeutung erlangen. Meisterlich!
Gelungen finde ich auch, dass es Agnes ist, die den Fall aufklärt. Gratons Frauenfiguren sind bislang mehrmals nur an Kochrezepten und Strickmustern interessiert gewesen, aber Agnes hat ja schon in Band 2 einen Rennwagen gefahren und erweist sich somit als echte Allrounderin. Gut so.
- Für das letzte und alles entscheidende Rennen bleibt dann leider gar kein Platz mehr! Auch über die polnische Strecke erfahren wir nichts, und sehen nichts von ihr. Das ist schade, hier hätte ich mir fünf Seiten mehr gewünscht. Schon im ersten Band hatte ich das Gefühl, dass Graton gegen Ende hin in Zeit-/Seitenverzug geraten ist und zum Finale hin hektischer arbeiten musste. Das bestätigt sich hier und trübt ein wenig den ansonsten sehr gelungenen, von großer Erzähltiefe geprägten Gesamteindruck.
- Interessant finde ich, dass in der Gesamtwertung am Ende Steve Warson mal nicht Zweiter hinter Michel ist, sondern Steve hat das letzte Rennen vermasselt, so dass sich Art Berckmans noch zwischen die beiden drängeln konnte.
- Und als auf der letzten Seite Vater Vaillant seine "Ihr seid alle Brüder"-Rede hält, während hinter ihm Michel und Dino mit derselben Hautbräunung prominent nebeneinander stehen, ist das wieder Wasser auf die Mühlen meiner Dino-Vaillant-Theorie ... :)

Grüße an alle anderen Leser, die sicherlich noch Details entdecken, die mir entgangen sind!
Tobias

BobCramer Offline



Beiträge: 191

28.06.2014 22:52
#2 RE: Das dritte Album: "Angst auf der Strecke" antworten

Hi Tobias,

danke für Deine lange Mail. Ein paar Anmerkungen von mir (kann leider unmöglich auf alles eingehen :)):

>> Dass auf der selben Seite unten Michel mal so eben im Vorbeifahren als "hervorragender Journalist" bezeichnet wird, ist grotesk. Man stelle sich Sebastian Vettel mit einem Nebenjob als Redakteur vor. Als ob dafür noch Zeit bliebe.

Ja, das ist sehr unwahrscheinlich. Da hat sich JG mit seiner Ambition, MV zum universalkompetenten Supermann zu machen, überhoben. Später wurde das ja auch nie wieder erwähnt. Grundsätzlich ist es natürlich etwas absurd, wie MV in der Serie zum Alleskönner aufgebaut wird. Als Pilot beherrscht er quasi jedes motorisierte Fortbewegungsmittel, soll auch als Journalist, Stuntman, Kriminalist, Rugby-Spieler, Leichtathlet, Skifahrer top und dazu auch noch als Piloten-Ausbilder und Rennleiter ein Ass sein. Das ist natürlich alles überzogen. Graton musste, um eine thematische Vielfalt zu gewährleisten, seinen Helden offensichtlich zum absoluten Tausendsassa machen. Er konnte ihn halt nicht nur im F1-Cockpit seine Runden drehen lassen.

>> Und gerne geht es um motorisierte Frauen - für Graton wohl immer wieder Grund zur Heiterkeit. Es sei denn, sie sind hübsch wie Julie Wood.

Das stößt einem schon sauer auf, war aber in präfeministischen Zeiten offensichtlich eine zeittypische Haltung gegenüber Frauen. Wäre mal interessant, zu erfahren, was Francine von diesen Szenen gehalten hat. Hat sie sie gar mit gestaltet?

>> Der italienische Fahrer Dino Falconetti sieht hier und auch auf späteren Bildern aus wie Jean Pierre aus dem Gesicht geschnitten. Kann man anhand seiner Terminkalender eigentlich rekonstruieren, wo Henri Vaillant sich aufhielt so etwa neun Monate vor Falconettis Geburt? Aha, hier: Dienstreise, Treffen mit seinem Freund Enzo Ferrari in Maranello in Italien ...

Muss gestehen, dass mir die Idee noch nicht gekommen ist. :) Ich sehe das auch pragmatischer, denn es ist nicht der einzige Fall, dass Charaktere in der Serie sich stark ähneln. Der Meister hat halt gern mal auf bestimmte Schemata zurückgegriffen. Yves Douleac könnte auch eine jüngere Variante von Jean-Pierre sein, und in A21 gibt es Bilder, auf denen man Eddy McGrath kaum von Jean-Pierre unterscheiden kann. Doktor Spangenberg wiederum könnte problemlos ein 15 Jahre älter Jean-Pierre sein. Auch Chuck Danver in A14 oder Alain Regent in A7 könnten problemlos Vaillant-Brüder sein, ganz zu schweigen von einigen Herren in Les Labourdet. Sogar der Leader könnte trotz asiatischem Einschlag als Mitglied der Vaillant-Familie durchgehen.

Nicoas Olensky, Donald Payntor und Biker Jack (A20) könnten quasi Drillinge sein - auch Biker Frankie (A14) würde trotz schwarzem Haar in die Familie passen. Mit dem blonden Gorilla Tony aus A9 hätten wir schon Fünflinge!

Cousine Betty sieht aus wie die Zwillingsschwester von "Inspektor" Roman (A47). Ganz zu schweigen von den Frauen in der Serie (oder bei den Labourdets), die eigentlich fast alle gleich aussehen und sich nur in den Frisuren unterscheiden... Dazu kommen noch zahllose Schurkenvisagen, die auch eher geklont aussehen.

>> Auf S. 24 wird wieder Stirling Moss erwähnt, im dritten Bild. Und hier würde ich der Vermutung des Nachworts widersprechen, dass es Unstimmigkeiten zwischen Moss und Graton gegeben haben könnte. Denn warum sollte Graton dann schreiben, dass Moss der einzige Fahrer ist, der schneller sprinten kann als sein Hansdampf in allen Boxengassen Michel? Man lobt doch niemanden, den man nicht leiden kann.

Ja, das passt nicht so recht. Aber es passt auch nicht so recht, dass Moss als Top-Fahrer dieser Zeit keine nennenswerte Rolle spielt und allenfalls mal ganz am Rande erwähnt wird.

Es ist ein Rätsel, das nicht gelöst werden kann. Dass es bei der Sache auch ums Geld ging, ist zumindest wahrscheinlich, gerade wenn "Sterling" so geschäftstüchtig war, wie Du sagst. Sehr viel später musste ja Schumi alias "von Richthofen" (!) aus der Serie eliminiert werden. Der hat vermutlich auch die Hand aufgehalten.

>> - Das Sebring-Rennen ist mit neun Seiten Umfang ganz schön episch, und es passiert ja auch viel. Sehr gut gelungen ist der Übergang zur Nacht und die dadurch veränderte Atmosphäre. Man hat fast den Eindruck, dass die Motorengeräusche nachts anders klingen als tagsüber, so, als wäre die Dunkelheit etwas Greifbares.

Ja, das sind tolle, atmosphärische Szenen, die mal wieder zeigen, dass JG in diesem seinem selbtsgeschaffenen Genre unschlagbar war und das Alleinstellungsmerkmal hatte. Nächtliche Rennszenen sehen bei ihm immer großartig aus - siehe auch A5 oder A21 (wieder Sebring).

>> Dann habe ich mir (wie auch das Nachwort) Gedanken darüber gemacht, warum der amerikanische Inspektor Vater Vaillant wie seinen Vorgesetzten behandelt.

Die Sache ist nicht schlüssig. Der Inspektor lässt sich von einem dahergelaufenen Rennfuzzi sagen, was er zu tun hat - würde mich wundern, wenn das in der Realität so laufen würde. "Wenn das ihr Wunsch ist, verfolgen wir die Sache nicht weiter..." - für so einen Satz verdient Kennedy ja eigentlich ein Disziplinarverfahren. :)

>> Die Rennstrecke auf S. 40 ist vom Feinsten: Erst durch Kastilien, dann im Madrider Raum in die Sierras, und dann noch rüber ans Mittelmeer nach Barcelona: man freut sich richtig auf die grafische Umsetzung dieses "Best of Spain".

Ja, das ist sehr schön gezeichnet. Bei Rallye-Alben konnte JG seine Klasse als Landschaftszeichner zeigen. Gerade deshalb liebe ich die alten Rallye-Geschichten.

>> Die Auflösung des Kriminalrätsels, wer denn nun eigentlich der Saboteur ist, finde ich in diesem Band vollauf schlüssig, überzeugend und sogar auch menschlich nachvollziehbar.

Das ist sehr schlüssig und emotional stimmig. Bei solchen Handlungselementen gehe ich immer davon aus, dass sie vor allem auf Francine zurückgehen, die der Serie einen menschlichen Touch gegeben hat. Aber es ist schwer bis unmöglich, heute genau zu sagen, wer von den beiden für welche Handlungseemente verantworlich ist. Schön auch, dass Agnes hier eine aktive Rolle spielen darf. Auch das dürfte auf Francine zurückgehen.

>> auch über die polnische Strecke erfahren wir nichts, und sehen nichts von ihr.

Unser Rennexperte Frank konnte nichts finden über so eine Strecke bei Warschau. Wir vermuten, dass sie fiktiv ist. Ich glaube eh nicht, dass JG hinter dem eisernen Vorhang recherchiert hat oder von dort Material hätte bekommen können. Er hat einfach eine Strecke erfunden und, weil es sie nicht gibt, darauf verzichtet, sie zu zeigen.

Schönen Gruß
Bob

Gast
Beiträge:

01.07.2014 11:05
#3 RE: Das dritte Album: "Angst auf der Strecke" antworten

Hallo BobCramer,

dass Graton die polnische Strecke gar nicht zeigen konnte, weil sie gar nicht existiert, ist natürlich eine wertvolle Information. Offensichtlich war es ihm also tatsächlich nicht möglich, an Informationen heranzukommen, sonst hätte er doch sicherlich gerne etwas Reales gewählt.

Zur Ähnlichkeit von Gratons Figuren lehne ich mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster und vermute mal (ich weiß nichts darüber), dass Gratons Lieblingszeichner Hal Foster gewesen sein könnte. Sowohl der Name "Vaillant" könnte ein Verweis auf "Prince Valiant" sein, als auch die Gesichter sind vom Schema her recht ähnlich - und aufgrund dieses Schemas ähneln sich bei Foster ebenfalls viele Figuren, als könnten sie miteinander verwandt sein.
Bei Mangas ist das ja gang und gäbe, dass die Figuren sich oft nur durch ihre Frisuren unterscheiden. Und bei Hansrudi Wäscher (Sigurd, Akim, Nick) erst recht! :D
Bei Dino Falconetti fand ich halt nicht nur die Ähnlichkeit frappierend, sondern auch die von mir erwähnten kleinen Hinweise darauf, dass Henri Vaillant ihn ganz besonders gern hat.

liebe Grüße
Tobias

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